Je pense à vous mademoiselle, je pense à vous mademoiselle,
à la terre, à la mer, Cap Fréhel…
So schallt es am 29.08. durch den Reisebus, der die 28-köpfige Pfadigruppe nach Hause bringt. Diese Worte entstammen einem alten Pfadfinderlied und handeln von der Sehnsucht nach weiten bretonischen Fernen. Dieses Lied hatte für unsere Pfadis seit Anfang des Jahres bereits Ohrwurmcharakter und sollte sie im Sommer auf eine aufregende Zeit in die entfernte und bis dato unbekannte Bretagne begleiten.
Nach einer langen und kräftezehrenden Anfahrt mit diversen prägenden (tierischen) Begegnungen hatten die Pfadis drei Tage Zeit, sich auf ihr sommerliches Abenteuer vorzubereiten.
Um sich auf die Umgebung einzustimmen, haben die Pfadis einen Tagesausflug nach Saint-Malo geplant. Die Stadtgeschichte hat bereits einen ersten Ausblick auf die kommenden Tage liefern können. Der Tag wurde von einem Besuch im bretonischen Küsten-Freibad Saint-Malos abgerundet.
Danach ging der Ernst des Lagers los: Acht Tage durch die Bretagne wandern.
Wer bereits einige Zeit in der Bretagne verbracht hat, kann sich ansatzweise vorstellen, was die Pfadis erwartet. Für uns gilt jedoch: Fast keine Aufgabe ist so groß, dass wir sie nicht zusammen bewältigen könnten. Und damit ging es für die Jugendlichen, in zwei Gruppen aufgeteilt, auf ein unvergessliches Abenteuer…
Die folgenden acht Tage lang sind die Pfadis an sich und über sich hinausgewachsen. Der Weg führt mitten aus der Bretagne Richtung Meer. Orte wie Saint-Suliac, Dinan oder auch das viel besungene Cap Fréhel wollten besichtigt werden. Auf der Reise durch die Region gab es auch diverse ungewöhnliche Schlafmöglichkeiten, mit denen die Pfadis konfrontiert wurden. Ob es eine Übernachtung auf einem städtischen Fußballplatz war oder auch eine Nacht im Garten einer Villa: Die Erlebnisse waren da sehr vielfältig.
Neben schönen Erinnerungen und Fotomotiven sind die Jugendlichen auch als Gruppe mehr zusammengewachsen. Wenn es Verletzungen oder Erschöpfungserscheinungen bei Einzelnen gibt, springt die Gruppe ein. Gepäck wurde verteilt und schon ist eine Aufgabe, die für einen allein zu schwer war, zu einer Kleinigkeit für die Gruppe geworden.
Auch die persönlichen pfadfinderischen Fähigkeiten konnten erweitert werden. Während der Wanderung musste die Gruppe jeden Abend vom Aufbau eines kleinen Lagerplatzes bis hin zum Kochen selbst organisieren. Natürlich ist das zu Beginn nicht perfekt gelungen. Aller Anfang ist eben schwer, doch am Ende hatten sie den Dreh raus.
Nach einer Woche sind die beiden Haikgruppen nämlich wieder zusammengekommen: In Les Vergers auf einem Bauernhof (geruchstechnisch war es für uns Stadtkinder mitunter etwas herausfordernd). Zwischen dem Aufbau des großen Lagers und der strukturellen Tagesorganisation mit Kleingruppen hatten sich die Pfadis unglaublich viel zu erzählen.
Das Ehepaar, das den Bauernhof bewirtschaftet, hat der Gruppe nicht nur eine kleine Führung zu den Tieren ermöglicht, sondern auch die Möglichkeit gegeben, endlich ein kleines Lagerfeuer zu machen. Der Regen der vergangenen Tage hatte an der Stelle sein Gutes und zum krönenden Abschluss des Lagers gab es schließlich durchgemachte und durchgesungene Nächte am Lagerfeuer.
An dieses Lager wird sich die Pfadistufe noch sehr lange erinnern; das steht für alle, die auf der Rückfahrt im Bus sitzen, fest.
Je pense à vous…Bretagne.